Beeinflussung
des Entwässerungsverhaltens
Die
Verfahren zur thermischen Konditionierung wie das Porteous-Verfahren wurden
entwickelt, um die Entwässerbarkeit der Schlämme zu verbessern. Die kolloidale
Schlammstruktur sollte ebenso wie die Zellwände aufgelöst werden, um hohe
Kuchenfeststoffgehalte bei der mechanischen Entwässerung zu erreichen. Die
Behandlung erfolgt bei Temperaturen von ca. 200 °C und Drücken von 12 bis 25
bar im Druckreaktor. Der Filtrationswiderstand des thermisch konditionierten
Schlammes ist deutlich geringer. Allerdings geht ein großer Teil der
organischen Bestandteile der Schlammfeststoffe in Lösung. Das Filtrat ist stark
verschmutzt und muß zur biologischen Klärung zurückgeführt werden. Dadurch
erhöht sich die Schmutzfracht bezüglich des BSB5 um 30 bis 40 %.
Untersuchungen ergaben, daß ein Teil der Schmutzfracht im Filtrat biologisch
erheblich leichter abbaubar ist als die Verschmutzungen häuslichen Abwassers.
Daneben existieren jedoch auch biologisch sehr schwer abbaubare Verbindungen
(u.a. Melanoidine). Die Freisetzung an Phosphat durch die thermische Behandlung
ist vergleichsweise gering, dagegen findet sich überproportional viel
organischer Stickstoff im Filtrat. Neben den hohen Energiekosten haben
erhebliche Korrosionsprobleme inzwischen zu einer Stillegung aller bestehenden
Anlagen geführt.
Nach
Aussagen von Friedrich et al. kann auch mit der mechanischen Desintegration das
Entwässerungsverhalten von Schlämmen beeinflußt werden. Grundlage des
Verfahrens ist die Einstellung einer optimalen Partikelgrößenverteilung. Zur
Charakterisierung der Klärschlämme werden zwei Parameter der
Partikelgrößenverteilung betrachtet: die mittlere Partikelgröße und der
Sauterdurchmesser. Erhöhte TR-Gehalte nach der Entwässerung werden für
bestimmte Kombinationen von Sauterdurchmessern und mittleren Partikelgrößen
festgestellt. Um diese Parameter einzustellen wird ein Teil des Schlammes
mechanisch desintegriert und dann wieder mit dem unbehandelten Schlamm
vermischt.
Eigene
Untersuchungen zum Einfluß des Entwässerungsverhaltens aufgeschlossener
Überschußschlämme wurden im Rahmen der Dissertation durchgeführt. Im
folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchungen dargestellt.
Das
Entwässerungsverhalten hängt von den Eigenschaften der Suspension und vom
verwendeten Entwässerungsaggregat ab. Da die Struktur des Klärschlammes durch
die mechanische Behandlung stark verändert wird, sollten mit Hilfe von
Versuchen in der Becherzentrifuge zunächst grundlegende Erkenntnisse zum
Entwässerungsverhalten aufgeschlossener Überschußschlämme gesammelt werden.
Dabei wurde auf den Einsatz von Flockungsmitteln verzichtet, um die Wirkung des
Aufschlusses nicht durch den Flockungsprozeß zu überlagern. Um Klärschlamm in
technischen Maschinen entwässern zu können, ist eine Konditionierung
unumgänglich. Da der Aufschluß auch das Konditionierungsverhalten verändert,
wurde dieses eingehend untersucht. Dabei wurde die Messung des
Strömungspotentials zur Festlegung der optimalen Flockungsmittelmenge
eingesetzt. Mit einem Dekanter wurde die Entwässerung im Zentrifugalfeld
untersucht. Für die Untersuchung des Entwässerungsverhaltens bei der Filtration
wurde eine Membran-Kammerfilterpresse eingesetzt. Schließlich wurde die
Auspreßbarkeit des Filterkuchens in einer Hochdruck-Kolbenfilterpresse geprüft.
Die
Ergebnisse der Entwässerungsversuche sind in Form des Schlammtrockenrückstandes
TRS angegeben. Vom gemessenen Trockenrückstand werden dabei die
Trockenrückstände des Flockungsmittels und des Mahlkörperabriebs abgezogen.
Becherzentrifuge
Hochdruckhomogenisator
Erfolgt
der Aufschluß mit einem Hochdruckhomogenisator, so kann es zu keinem
Feststoffeintrag durch Abrieb aus dem Zerkleinerungsprozeß heraus kommen. Die
in Abb. 1 für 5 verschiedene Homogenisierdrücke im Vergleich zu einem
unbehandelten Schlamm aufgetragenen Ergebnisse zeigen eine deutliche
Verbesserung des Entwässerungsergebnisses. Bei Zentrifugalbeschleunigungen
größer 3.000 g werden durch den Aufschluß höhere Trockenrückstände im Sediment
erreicht. Sämtliche Werte liegen über denen, die in den Versuchen mit der
Rührwerkskugelmühle erreicht wurden. Die Trockenrückstände nehmen mit
steigendem Aufschlußgrad zu, wobei die Partikelgröße des Schlammes nahezu
konstant bei 3 µm bleibt.

Abb.
1: Schlammtrockenrückstand nach Aufschluß
im Hochdruckhomogenisator
Der
mit dem Hochdruckhomogenisator aufgeschlossene Schlamm verhält sich anders als
der Schlamm, der mit der Rührwerkskugelmühle behandelt wurde. Tatsächlich
handelt es sich hier um andere Effekte, die auf die besonders weitgehende
Zerkleinerung des mit dem Hochdruckhomogenisator zerkleinerten Schlammes
zurückzuführen sind. Ersichtlich werden die Zusammenhänge aus Messungen des
Glühverlustes des Sedimentes, die in Abbildung 2 dargestellt sind. Bei allen
aufgeschlossenen Schlämmen ist der Glühverlust bei Zentrifugal-beschleunigungen
von 1.500 g deutlich geringer als für das unbehandelte Material. Durch den
Aufschluß werden feinpartikuläre organische Partikeln freigesetzt, die erst bei
höheren Zentrifugalbeschleunigungen abgeschieden werden können. Je höher der
Aufschlußgrad, desto feiner sind diese organischen Partikeln. Bei gleicher
Zentrifugalbeschleunigung nimmt der Abscheidegrad dieser Partikeln mit
zunehmendem Aufschlußgrad ab. Je höher der Aufschluß-grad, desto höher muß die
Zentrifugalbeschleunigung sein, um möglichst viele kleine Partikeln
abzuscheiden. Während bei einem Homogenisierdruck von 200 bar schon bei ca.
5.000 g der maximale Glühverlust erreicht wird, sind dazu nach einem Aufschluß
bei 1.000 bar mindestens 27.000 g notwendig.

Abb.
2: Glühverlust des Sedimentes nach
Aufschluß im Hochdruckhomogenisator
Messungen
des Trockenrückstandes im Überstand bestätigen diese Aussagen. Je höher der
Aufschlußgrad ist, desto mehr organische Stoffe verbleiben als gelöst
kolloidale Partikeln im Überstand. Auch unter Einsatz hoher
Zentrifugalbeschleunigungen lassen sie sich nicht mehr abscheiden.
Sowohl
die Zentrifugalbeschleunigung als auch der Aufschlußgrad haben einen Einfluß
auf die Abscheidung der organischen Stoffe. Nach einem nahezu vollständigen
Aufschluß mit einem Homogenisierdruck von 1.000 bar werden nur noch zwischen 25
und 35 % der organischen Trockensubstanz abgeschieden, die bei unbehandeltem
Schlamm abgeschieden wird (Abb. 3). Der Anteil der Zellwand liegt bei ca. 20 %
Zelltrockenmasse. Es kann angenommen werden, daß nach einem Vollaufschluß nur
noch die Bruchstücke der Zellwand in das Sediment abgeschieden werden. An sie
können noch Bruchstücke der Exopolysaccharide adsorbiert sein, woraus sich die
gemessenen Werte erklären lassen. Alle anderen Zellbestandteile sind soweit
zerkleinert worden, daß sie auch mit hohen Zentrifugal-beschleunigungen nicht
mehr aus dem Überstand entfernt werden können. Bei einem Aufschluß bis zu einem
Homogenisierdruck von 400 bar bleibt ein Anteil von über 50 % der
organischen Substanz bei mittleren Zentrifugalbeschleunigungen abscheidbar.
Nach einem Aufschluß mit über 400 bar kann deutlich weniger organisches
Material abgeschieden werden. Durch die Steigerung des Homogenisierdruckes von
400 auf 600 bar werden größere Teile der organischen Substanz soweit
zerkleinert, daß sie nicht mehr abgeschieden werden können. Die Erhöhung des
Homogenisierdruckes von 600 auf 1.000 bar hat im Vergleich dazu nur noch einen
geringen Einfluß auf die Abscheidung.

Abb.
3: Anteil der abgeschiedenen organischen
Trockensubstanz nach einem Aufschluß
Die
Meßwerte für die bei Homogenisierdrücken von 200 bzw. 400 bar nicht vollständig
aufgeschlossenen Schlämme zeigen, daß bei einer Zentrifugalbeschleunigung von
1.500 g nur die grobpartikulären organischen Bestandteile (Zellwand- und
Membranbruchstücke) abgeschieden werden können. Bei erhöhter
Zentrifugalbeschleunigung von 3.000 und 5.000 g können auch andere
partikuläre Bestandteile abzentrifugiert werden. Beim unbehandelten Schlamm
werden bei 9.000 g alle partikulären organischen Stoffe abgeschieden, so daß
sich im Überstand nur noch gelöste Stoffe befinden.
Die
durch den Aufschluß bedingte Anhebung des Trockenrückstandes läßt sich also auf
das erhöhte Verhältnis von anorganischen zu organischen Bestandteilen im
Sediment und nicht auf den Zellaufschluß zurückzuführen.
Die
gebundene Wassermenge der organischen Substanz hat sich durch den Aufschluß
nicht verändert. Die Abtrennbarkeit des Zwischenraumwassers bei geringen
Zentrifugalbeschleu-nigungen hat sich jedoch verschlechtert.
Die
Zerkleinerung des Schlammes sorgt für die Abtrennbarkeit des Zellinnenwassers,
hat aber keinen Einfluß auf den an der organischen Klärschlammsubstanz
adsorbierten Wasseranteil. Das Entwässerungsverhalten wird somit durch den
Anteil organischer Substanz an der abzutrennenden Feststoffmasse bestimmt. Hohe
Trockenrückstände im Sediment werden durch geringe Anteile organischer Substanz
erreicht. Bei der Rührwerkskugelmühle wird die anorganische Masse durch den
Mahlkugelabrieb erhöht, beim Hochdruckhomogenisator die organische Masse im
Sediment verringert.
Die
organische Substanz weist eine geringere Dichte als die anorganische auf. Bei
hohen Zentrifugalbeschleunigungen bestimmt die Dichte der abzuscheidenden
Partikeln den Trockenrückstand des Sedimentes. Daher weisen hier die
aufgeschlossenen Schlämme höhere Trockenrückstände auf. Bei niedrigen
Zentrifugalbeschleunigungen gewinnt die Oberflächen-ladung der Partikeln an
Bedeutung. Die Zentrifugalkräfte sind nicht stark genug, um die
Abstoßungskräfte aufgrund der Oberflächenladungen zu überwinden. Daher wird in
diesem Bereich der Trockenrückstand des Sedimentes durch die
Oberflächenladungen der Partikeln bestimmt. Aufgeschlossene Schlämme weisen
hohe Oberflächenladungen auf, so daß sich im Sediment nur geringe
Trockenrückstände erreicht werden.
Dekanter
Mit
dem eingesetzten Technikumsdekanter konnten praxisnahe Versuche zur
Entwässerung im Zentrifugalfeld durchgeführt werden. Vor den Untersuchungen
über den Einfluß einer mechanischen Vorbehandlung auf das
Entwässerungsverhalten wurden zunächst Versuche zur Optimierung der
Schlammkonditionierung angestellt.
Bei
der Entwässerung in Dekantern werden üblicherweise organische Flockungsmittel
zur Klärschlammkonditionierung eingesetzt. Bei den im folgenden dargestellten
Versuchen wurde ein hoch kationisches, langkettiges Polymer eingesetzt. Mit dem
Strömungspotentialmeßgerät wurde die Flockungsmittelmenge ermittelt, die zum
Erreichen des Isoelektrischen Punktes der Suspensionen notwendig war. Ausgehend
von diesem Wert wurde die Flockungsmittelmenge systematisch variiert.
Unaufgeschlossene
Schlämme werden bereits mit 10 g Wirksubstanz des Flockungsmittels pro
Kilogramm Trockenrückstand mit gutem Ergebnis geflockt. Aufgeschlossene
Schlämme benötigen Mindestkonzentrationen von 15 bis 20 g / kg, hoch
aufgeschlossene Schlämme sogar von 25 g / kg und mehr. Dabei lag der maximale
Aufschlußgrad bei diesen Versuchen bei unter 50 %. Bei Einsatz größerer
Flockungsmittelmengen nimmt der erreichbare Trockensubstanzgehalt des
Sedimentes leicht zu. In diesem Bereich ist kein Einfluß der Vorbehandlung zu
erkennen. Erst bei sehr hohen Flockungsmittelkonzentrationen von über 40 g / kg zeigen die aufgeschlossenen Schlämme auch
höhere Trockenrückstände im Sediment. Dabei führen längere Aufschlußzeiten und
damit verbundene erhöhte Aufschlußgrade auch zu gesteigerten
Trockenrückständen. Eine Abnahme der Trockenrück-stände bei hohen
Flockungsmittelmengen aufgrund einer Restabilisierung der Suspension oder durch
die oben beschriebene Gelbildung konnte nicht festgestellt werden.
Die
benötigte Flockungsmittelmenge nimmt mit dem Aufschlußgrad zu und mit dem
Mahlkörperdurchmesser ab. Sie liegt um bis zu 100 % über der für den
unbehandelten Schlamm benötigten Menge. Beim Aufschluß mit dem
Hochdruckhomogenisator werden die höchsten Flockungsmittelmengen benötigt. Mit
Homogenisierdrücken von 200 bis 1.000 bar aufgeschlossene Schlämme benötigen
nahezu gleiche Flockungsmittelmengen zum Erreichen des Isoelektrischen Punktes.
Dabei ändern sich auch die mittleren Partikelgrößen der Schlämme nur in
geringem Maße.
Beim
Hochdruckhomogenisator besteht ein näherungsweise linearer Zusammenhang
zwischen dem Aufschlußgrad und dem Trockenrückstand im Dekantersediment (Abb.
4). Die erforderliche Flockungsmittelmenge liegt allerdings deutlich über der
für den unbehandelten Schlamm nötigen Menge, wobei sich in erster Linie die
zugegebene Polymermenge verändert.

Abb.
4: Zusammenhang zwischen
Aufschlußgrad aus Hochdruckhomogenisation und dem Schlammtrockenrückstand des
Dekantersedimentes
Membran-Kammerfilterpresse und
Preßfiltration
Membran-Kammerfilterpresse
Mit
den aufgeschlossenen Überschußschlämmen konnte keine Verbesserung des Entwässerungsergebnisses
festgestellt werden. Vielmehr lagen die erreichten Trockensubstanzgehalte im
Filterkuchen unter denen der unbehandelten Schlämme. Auch Versuche gemäß des
von Friedrich et al. vorgestellten Ansatzes eines teilweisen
Schlammaufschlusses (siehe oben) führten nicht zu einer Verbesserung des
Entwässerungsverhalten.
Hochdruck-Kolbenfilterpresse
Mit
Hilfe einer Hochdruckpresse sollte eine weitgehende Entwässerung des Schlammes,
verbunden mit hohen Trockenrückständen im Preßkuchen, erreicht werden. Durch
ein weitgehendes Austreiben des Zwischenraumwassers sollte der Effekt der
Freisetzung des Zellinnenwassers durch den Zellaufschluß erkennbar werden.
In der
Kammerfilterpresse vorentwässerter Schlamm wurde für 15 Minuten mit Drücken bis
zu 100 bar gepreßt. Die Ergebnisse sind in Abbildung 5 zusammengefaßt. Der
mögliche Preßdruck wird von der Wahl der Konditionierungsmittel beeinflußt.
Wird die Scherfestigkeit des Kuchens überschritten, kommt es zum
Feststoffdurchbruch. Die reine Polymerkonditionierung ermöglicht nur einen
relativ geringen Nachpreßdruck von 12 bar, weil die Polymerflocken eine geringe
Festigkeit aufweisen. Trotz der relativ hohen Kompressibilität der Flocken
kommt es zu keiner nennenswerten Erhöhung des Trockenrückstandes, da die großen
gelartigen Flocken die Oberfläche des Filtermediums schnell zusetzen. Die
Permeabilität des Filterkuchens sinkt und ein weiteres Durchtreten von Filtrat
wird verhindert.
Findet
die Konditionierung ausschließlich mit Eisen(III)chloridsulfat statt, so sind
aufgrund der größeren Druckfestigkeit der Flocken auch höhere Nachpreßdrücke
möglich. Bei Drücken über 50 bar kam es allerdings auch hier zum
Feststoffdurchbruch. Da die Kompressibilität des Filterkuchens wegen der
Flockenfestigkeit relativ klein ist, war nur eine geringe Erhöhung des
Trockenrückstandes festzustellen.
Durch
die kombinierte Konditionierung mit Eisen(III)chloridsulfat und polymerem
Flockungsmittel konnten die Kompressionseigenschaften optimiert werden.
Zunächst erzeugt das anorganische Flockungsmittel kleine, druckstabile
Agglomerate. Dadurch wird eine frühzeitige Verstopfung des Filtermittels
vermieden. Das Polymer vernetzt die Agglomerate zu großen Flocken, wodurch ein
Durchbruch der Flocken durch das Filtermittel verhindert wird. Durch die
kombinierte Konditionierung waren Preßdrücke von 100 bar möglich. Eine Erhöhung
der Flockungsmittelmenge auf das 1,5fache der Menge, die zum Erreichen des
Isoelektrischen Punktes nötig war, erhöhte die Stabilität des Kuchens weiter
und verhinderte wirksam den Feststoffdurchbruch. Die Zugabe von Kalk
verschlechterte durch den gestiegenen Anteil anorganischer, druckstabiler
Stoffe das Auspreßverhalten.
Aufgrund
des Aufschlusses verbessert sich das Auspreßverhalten des Filterkuchens. Ein
Nachpressen des aufgeschlossenen Schlammes kann den Trockenrückstand so weit
erhöhen, daß er über dem des unbehandelten Schlammes liegt.

Abb.
5: Schlammtrockenrückstände nach
Filtration TRS,FK und anschließender Preßfiltration TRS,PK
Das
Ziel einer weitgehenden Entwässerung des Schlammes wurde auch durch den Einsatz
der Kolbenfilterpresse nicht erreicht. Höhere Trockenrückstände würden sich
durch die Verwendung anderer Hochdruckpreßfilter erreichen lassen, bei denen
ein Feststoffdurchbruch konstruktiv verhindert wird und bei denen die
Kuchenhöhe möglichst gering ist.
Die
Preßkuchen wiesen auch bei der Entwässerung des aufgeschlossenen Schlammes nur
einen Schlammtrockenrückstand von maximal 220 g/kg auf, was einem gemessenen
Trockenrückstand von 260 g/kg oder 26 % entspricht. Damit befindet sich im
Preßkuchen immer noch ein Wassergehalt von 74 %. Daher kann auch hier nicht
zweifelsfrei geklärt werden, ob das verbesserte Wasserabgabevermögen des
aufgeschlossenen Schlammes bei der Preßentwässerung auf die Freisetzung des Zellinnenwassers
zurückzuführen ist.