Norbert Dichtl 2/ Erich Englmann3
/ F.Wolfgang Günthert4/ Johannes Müller1'2/
Martin Osswald4
1: Institut für Mechanische Verfahrenstechnik,
Technische Universität Braunschweig
2 : Institut für Siedlungswasserwirtschaft, Technische
Universität Braunschweig
3: Bayerisches Staatsministerium für Landentwicklung
und Umweltfragen, München
4: Universität der Bundeswehr, München
Zusammenfassung:
Durch
das Kreislaufwirtschaftsgesetz und aufgrund wirtschaftlicher Zwänge kommt der
Klärschlammvermeidung eine immer gewichtigere Bedeutung zu. Als ein Verfahren
der Abfallverminderung auf biologischen Abwasserreinigungsanlagen wurde in den
letzten Jahren der mechanische Zellaufschluß (Desintegration) der
Klärschlammorganismen untersucht. Bei der Desintegration werden die Zellwände
der Mikroorganismen im Klärschlamm zerstört und die Zellinhalte freigesetzt.
Dadurch kann der Klärschlamm besser aerob oder anaerob stabilisiert werden, so
daß sowohl eine Verringerung der Schlammenge und der Faulzeit, als auch eine
Erhöhung des Faulgasanfalls erreicht werden kann. Als ein weiterer Effekt ist
eine Verbesserung der Denitrifikation möglich. Als Desintegrationsverfahren
werden vor allem die Rührwerkskugelmühle, der Hochdruckhomogenisator und der
Ultraschallaufschluß angewandt.
In
diesem Beitrag sollen die Desintegrationsverfahren und einige der dazu
laufenden Untersuchungen und Ergebnisse vorgestellt werden.
Quelle:
N. Dichtl, E. Englmann, F.
W. Günthert, J. Müller, M. Osswald (1997). Desintegration von Klärschlamm – ein
aktueller Überblick, Korrespondenz Abwasser 44(1997)10, S. 1726-1739