Johannes Müller1,2, Gunter Lehne1,
Patricia Pieper, Norbert Dichtl2
1Institut für Mechanische Verfahrenstechnik, 2Institut für
Siedlungswasserwirtschaft, Postfach 3329, Technische Universität Braunschweig,
38106 Braunschweig, Deutschland
Zusammenfassung:
Das
Ziel der mechanischen Zerkleinerung von Bläh- und Schwimmschlämmen stellt das
Aufbrechen der Fadenstruktur dar. Damit wird der voluminösen Flocke ihre
Stützstruktur aus fädigen Organismen genommen, Gasblasen werden freigesetzt,
die kleineren Bruchstücke der Flocke können sedimentieren und besser
kompaktiert werden.
In
den im Labormaßstab durchgeführten Untersuchungen wurde die Wirkung
verschiedener Zerkleinerungsmethoden hinsichtlich der erreichten
Flockenzerkleinerung und des Absetzverhaltens untersucht. Arbeiten am Mikroskop
begleiteten diese Versuche. Erste Experimente wurden auch zum Einfluß der
Zerkleinerung auf die Schaumentwicklung beim anaeroben Abbauprozeß vorgenommen.
Es wird weiterhin auf die technische Realisierbarkeit der mechanischen
Schlammzerkleinerung eingegangen.
Mit
verschiedenen Zerkleinerungsgeräten lassen sich deutliche Reduzierungen der
mittleren Partikelgrößen von Schlämmen mit Absetzproblemen bis zu Werten wie
für normale Überschußschlämme erzielen. Die dafür notwendigen Energien sind
gegenüber den für den Zellaufschluß eingesetzten Energiebeträgen gering.
Die
vorliegenden Ergebnisse zeigen, daß durch eine mechanische Flockenzerkleinerung
das Absetzverhalten von Bläh- und Schwimmschlämmen entscheidend verbessert
werden kann. Vor einer Anwendung solcher Verfahren im technischen Maßstab
müssen noch Grundlagenuntersuchungen zur Wirkung der verschiedenen
Zerkleinerungsprinzipien auf verschiedene Fadenbildner und zur Optimierung von
Geräteparametern durchgeführt werden.
Stichworte:
Abwasserreinigung, Schlammvolumen, Blähschlamm, Schwimmschlamm, Bekämpfung,
mechanische Behandlung, Desintegration, Zerkleinerung
Quelle:
J. Müller, G. Lehne, P. Pieper, N. Dichtl (1999). Mechanische
Zerkleinerung von Bläh- und Schwimmschlämmen, Wasser Abwasser Praxis,
8(1999)3, S. 25-31